DSDDER SICHERHEITSDIENST 3 | 2026 Fachmagazin für die Sicherheitswirtschaft 78. Jahrgang Postvertriebsstück – DPAG – Entgelt bezahlt | DSA GmbH · Postfach 1201 · 61282 Bad Homburg SECURITY ESSEN SICHERHEITSTECHNIK www.ceia.net FC060K0583v1000hDE_Cover page - Anzeige – Umschlagseite.indd 1 22/07/2026 10:49:04 Anzeige
22. – 25. September 2026 www.security-essen.de Die Leitmesse für Sicherheit SECURE YOUR BUSINESS Zum 1. Mal parallel: die EURO DEFENCE EXPO – die neue internationale Fachmesse der Verteidigungsindustrie SEIEN SIE DABEI!
1 DSD 3 | 2026 EDITORIAL Präsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) Werner Landstorfer KI und Robotics: Zukunft gestalten statt abwarten Die Sicherheitswirtschaft befindet sich im Wandel – so wie sie es immer war. Aktuell befindet sie sich, wie die meisten anderen Wirtschaftszweige und die Gesellschaft insgesamt, allerdings in einem außergewöhnlichen Veränderungsmodus: Ein zunehmender Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an den Schutz Kritischer Infrastrukturen und neue Bedrohungslagen verlangen nach innovativen Antworten. Künstliche Intelligenz und Robotik gehören dabei zu den Technologien, die unsere Branche nachhaltig verändern werden – nicht irgendwann, sondern bereits heute. Es geht längst nicht mehr um die Frage, ob diese Entwicklungen kommen. Sie sind längst Realität. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie gestalten wir diesen Wandel verantwortungsvoll und im Sinne der Menschen, die täglich für Sicherheit sorgen? Die private Sicherheitswirtschaft war schon immer eine Branche, die sich an neue Herausforderungen angepasst hat. Sie verbindet Erfahrung mit Innovationsfähigkeit und trägt Verantwortung in Bereichen, die für das Funktionieren unseres Gemeinwesens unverzichtbar sind. Genau diese Haltung brauchen wir auch im Umgang mit künstlicher Intelligenz und Robotik. KI kann Sicherheitskräfte bei der Auswertung großer Datenmengen unterstützen, Auffälligkeiten schneller erkennen oder Prozesse effizienter gestalten. Robotische Systeme können gefährliche, körperlich belastende oder monotone Aufgaben übernehmen, beispielsweise bei Kontrollgängen in weitläufigen Industrieanlagen, in der Perimetersicherung oder bei der Unterstützung logistischer Abläufe. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, vorhandene personelle Ressourcen gezielter einzusetzen. Dabei darf eines jedoch nie aus dem Blick geraten: Sicherheit bleibt ein Geschäft der Verantwortung. Entscheidungen mit weitreichenden Folgen erfordern weiterhin menschliches Urteilsvermögen, Erfahrung und ethische Abwägung. Technologie kann unterstützen, sie kann beschleunigen und entlasten – sie ersetzt jedoch nicht die Verantwortung der Menschen, die sie einsetzen. Gerade deshalb müssen wir die Einführung neuer Technologien aktiv begleiten. Dazu gehören klare rechtliche Rahmenbedingungen, verbindliche Qualitätsstandards und eine konsequente Qualifizierung der Beschäftigten. Wer KI-Systeme nutzt, muss ihre Möglichkeiten ebenso verstehen wie ihre Grenzen. Vertrauen entsteht nicht allein durch technische Leistungsfähigkeit, sondern durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Für die Sicherheitswirtschaft eröffnet sich zugleich eine große Chance. Moderne Technologien können dazu beitragen, den Beruf attraktiver zu machen, körperliche Belastungen zu reduzieren und neue Tätigkeitsprofile zu schaffen. Die Arbeit in unserer Branche wird vielfältiger, technischer und anspruchsvoller. Damit wachsen auch die Anforderungen an Aus- und Weiterbildung. Lebenslanges Lernen wird zunehmend zu einer selbstverständlichen Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Die private Sicherheitswirtschaft wird auch künftig vor allem eines leisten: Sicherheit durch Menschen. Künstliche Intelligenz und Robotik verändern die Werkzeuge, mit denen wir arbeiten – nicht aber den Kern unseres Auftrags. Unsere Beschäftigten bleiben die entscheidenden Akteure, wenn es darum geht, Situationen richtig einzuschätzen, Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen zu schaffen. In diesem Jahr existiert die private Sicherheitswirtschaft in Deutschland bereits 125 Jahre. Diese 125 Jahre einer Branche stehen für Anpassungsfähigkeit, Professionalität und den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Diese Tradition verpflichtet uns, den technologischen Wandel nicht passiv zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten. Wenn wir Innovation mit Kompetenz, Qualität und klaren ethischen Maßstäben verbinden, werden KI und Robotik nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem wichtigen Baustein für eine moderne, leistungsfähige und resiliente Sicherheitswirtschaft. Die Zukunft der Sicherheit wird deshalb weder ausschließlich analog noch vollständig automatisiert sein. Sie wird dort erfolgreich sein, wo qualifizierte Menschen und intelligente Technologien ihre jeweiligen Stärken sinnvoll miteinander verbinden. Ihr Werner Landstorfer
2 DSD 3 | 2026 Editorial • Werner Landstorfer: KI und Robotics: Zukunft gestalten statt abwarten 1 Security Essen • Oliver P. Kuhrt: Die Zukunft der Sicherheitswirtschaft gemeinsam gestalten 3 • Frank Schimmel: Ausbildung entscheidet über die Zukunft unserer Branche 6 • II. Europäische Drohnen-Fachtagung auf der security essen 2026 8 Sicherheitstechnik • Stefan Rauschen: BDSW-Fachausschuss Technik – die nächste Generation ist am Start! 10 • Reinhard Rupprecht: KI – Chance oder Risiko? 13 • Markus Jegelka: ISO/IEC 27001: der beste Weg zu NIS-2? 18 • Ernst Steuger: Sicherheit neu organisieren 20 • Prof. Dr. Raphael Röttinger: Sicherheitstechnik 2026 22 • Niels Reinhard: KI im Sicherheitsdienst: Über den Erfolg entscheiden die Grundlagen 27 • Fabian Lüth: Vom Plan zur Handlung: wie Krisenkompetenz wirklich entsteht 28 • TimeScan – die Plattform für sicherheitskritische Prozesse 30 • Christian Heidrich: Vom OWKS zum AIWKS – die nächste Evolutionsstufe der Wächterkontrolle 32 • Sichere Waffenverwaltung: wenn jede Übergabe nachvollziehbar sein muss 34 Cybersicherheit • Andreas Albrecht: Cyberangriff: Wer entscheidet jetzt? 36 • Stefan Pyper: KI – Fluch und Segen 40 • Sergii Levitov: Cyber Resilience Act 42 Who is Who der Sicherheitswirtschaft 44 Wirtschaft und Politik • Lünendonk-Liste 2026 60 • Prof. Dr. Stefan Goertz: Aktuelle Akteure und Trends im Extremismus in Deutschland 62 Inhalt Geld und Wert • Silke Zöller: ESTA Conference 2026 in Berlin 64 Einsatz von Drohnen • Bernd M. Schäfer: Drohnenabschuss durch private Sicherheitsdienstleister? 68 Aus- und Weiterbildung • Führung, die trägt: das neue Trainingsprogramm für Führungskräfte der Sicherheitswirtschaft 70 Wirtschaftsschutz • Holger Köster: Wirtschaftsschutz unter neuen Vorzeichen 72 • Andreas Albrecht: Regulierung schafft noch keine Sicherheit 73 • RA Dr. Berthold Stoppelkamp: Analysen und Hilfestellungen zum Wirtschaftsschutz 75 Bericht aus Berlin • RA Dr. Berthold Stoppelkamp: 2029 – der Beitrag der Sicherheitswirtschaft zur Gesamtverteidigung 76 • Kurz notiert 78 Büchermarkt 80 Europa • Catherine Piana und Alexander Frank: Von der Strategie zur Einsatzbereitschaft: Europas Krisenvorsorge in die operative Realität überführen 82 Recht • John Härtel: Arbeitsrecht in Kürze 84 Vergaberecht • RA Alexander Nette: Zulässigkeit einer Direktvergabe? – Wohl eher nicht! 86 Namen und Nachrichten • Cybercrime: Sicherheitskonferenz rückte Top-Risiko in den Fokus 88 Intern • BDSW stellt Fachausschuss Bundeswehr neu auf und setzt auf Viktoria Nees als neue Vorsitzende 90 Impressum 90 Sicherheit von A bis Z 91 Das Letzte Wort • RAin Cornelia Okpara: Begegnungen, die Zukunft schaffen 96 Anmerkung der Redaktion: Zur leichteren Lesbarkeit wurde auf zusätzliche Bezeichnungen in weiblicher Form verzichtet und nur die männliche Form verwendet. Angesprochen sind natürlich alle Geschlechter. 8 60
3 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN Die Zukunft der Sicherheitswirtschaft gemeinsam gestalten Liebe DSD-Leserinnen und -Leser, vier Tage, rund 500 Aussteller aus über 30 Nationen und die ganze Welt der Sicherheitswirtschaft unter einem Dach: Vom 22. bis 25. September 2026 wird die Security Essen wieder zum Treffpunkt für alle, die in der Sicherheitswirtschaft Verantwortung tragen. Ob im operativen Einsatz oder in der Unternehmensführung – in der Messe Essen kommen die Akteure der gesamten Sicherheitswirtschaft zusammen. Jede Security Essen zeigt aufs Neue, dass Innovationen vor allem dort entstehen, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Hier entstehen Partnerschaften, werden neue Lösungen im direkten Erleben greifbar und nehmen viele Impulse für die Weiterentwicklung der Branche ihren Anfang. Innovationen, die Ihnen die Arbeit leichter machen Das gilt ganz besonders auch für die private Sicherheitswirtschaft, die sich auf Wachstumskurs befindet. Mit weit über 14 Milliarden Euro wurde im vergangenen Jahr ein neuer Umsatzrekord erreicht, gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten auf einen Höchststand gestiegen. Volle Auftragsbücher bei gleichzeitig knappem Personal – das ist die tägliche Realität für viele Unternehmen. Auf der Security Essen 2026 finden Sie deshalb genau die Lösungen, die diesen Spagat erleichtern. Intelligente Videoanalyse übernimmt heute Routineaufgaben, die früher Personal gebunden haben, und alarmiert nur dann, wenn tatsächlich etwas Auffälliges passiert. Drohnen unterstützen bei der Überwachung großer Flächen oder beim Absichern von Veranstaltungen. Vernetzte Sicherheitssysteme führen Zutrittskontrolle, Alarmtechnik und Leitstelle zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen. So gewinnen Ihre Mitarbeitenden Zeit für Aufgaben, bei denen menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar bleibt. Halle 8 ist Treffpunkt der BDSW-Mitglieder Besonders interessant für Sie als BDSW-Mitglieder ist während der Security Essen die Halle 8: Hier finden Sie den Messeauftritt des BDSW, direkt umgeben von genau jenen Anbietern, deren Lösungen Ihren Arbeitsalltag erleichtern. Software für Leitstellen und Alarmmanagement, moderne Videomanagement-Systeme, digitale Dienstplanung und Kommunikationstechnik für den Einsatz – all das ist hier dicht beieinander zu erleben. Wer einen Blick auf die Sicherheitstechnik von übermorgen werfen möchte, findet ihn zudem am Stand der Young Innovators. Hier zeigen junge Aussteller und Start-ups, mit welchen frischen Ideen sie den Markt schon heute bereichern. Halle 7 widmet sich Brand-, Einbruch- und Sicherheitssystemen und ist bereits seit Monaten vollständig ausgebucht – ein klares Signal für die ungebrochene Stärke der klassischen Sicherheitstechnik. In Halle 6 dreht sich alles um Mechatronik, Mechanik und Systeme. Ganz neu gebündelt präsentiert sich Halle 5: Videoüberwachung, künstliche Intelligenz und Drohnen finden 2026 erstmals gemeinsam unter einem Hallendach statt. Diese thematische Struktur erleichtert nicht nur die Orientierung auf dem Messegelände. Sie macht zugleich sichtbar, wie eng klassische Sicherheitstechnik, Digitalisierung und intelliGeschäftsführer der Messe Essen GmbH www.security-essen.de Oliver P. Kuhrt
4 DSD 3 | 2026 gente Software inzwischen zusammengewachsen sind. Genau diese Vernetzung prägt die Entwicklung der Branche. Fachkräfte im Mittelpunkt Gerade weil der Fachkräftemarkt für die private Sicherheitswirtschaft weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt, geben wir mit dem Rahmenprogramm diesem Thema viel Raum. Denn die Zukunft der Branche entscheidet sich nicht allein durch neue Technologien. Sie entscheidet sich vor allem durch engagierte Menschen, die Verantwortung übernehmen und bereit sind, neue Wege mitzugehen. Deshalb ist die Gewinnung und Entwicklung von Fachkräften eines der zentralen Themen der diesjährigen Security Essen. Den Auftakt macht der Tag der Aus- und Weiterbildung am 22. September. Hier erfahren Auszubildende, Studierende und Quereinsteiger mehr über die vielfältigen Berufsfelder der Branche. Für Unternehmen bietet die Veranstaltung darüber hinaus die Möglichkeit, mit potenziellen Nachwuchskräften ins Gespräch zu kommen und sich über erfolgreiche Konzepte zur Nachwuchsgewinnung und Mitarbeiterentwicklung auszutauschen. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels stehen dabei Fragen im Mittelpunkt, die viele Unternehmen täglich beschäftigen: Wie lassen sich junge Menschen für die Sicherheitswirtschaft begeistern? Wie können Quereinsteiger erfolgreich integriert werden? Und wie gelingt es, qualifizierte Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen zu binden? Parallel dazu findet am 22. September erstmals das vom Ebner Verlag organisierte Blaulichtforum statt, eine konsequente Weiterentwicklung mit Blick auf den engen Schulterschluss zwischen privater Sicherheitswirtschaft und Einsatzkräften. Am 22. und 23. September folgt die DNS Digital Networking Security Konferenz, die sich vertieft mit Cybersicherheit und vernetzten Systemen beschäftigt. Ein Thema, das auch für Sicherheitsdienstleister deutlich an Relevanz gewinnt. Große Aufmerksamkeit dürfte auch wieder der Europäische Drohnenkongress am 23. und 24. September auf sich ziehen. Kaum ein Technologiefeld entwickelt sich derzeit so dynamisch wie der Einsatz unbemannter Systeme. Ob bei der Überwachung großer Areale, im Schutz Kritischer Infrastrukturen oder bei der Absicherung von Veranstaltungen: Drohnen eröffnen neue Möglichkeiten, Sicherheitsaufgaben effizienter zu erfüllen. Fachvorträge und Praxisberichte zeigen auf, welche Anwendungen bereits heute erfolgreich eingesetzt werden und welche Entwicklungen die Branche in den kommenden Jahren erwarten kann. Mit dem Tag der Banken und Sparkassen am 24. September steht zudem ein etablierter Treffpunkt für Sicherheitsexperten aus dem Finanzsektor auf dem Programm. Ergänzt wird das Angebot durch das Security Experts Forum mit Fachvorträgen über alle Messetage hinweg sowie durch zahlreiche Standaktionen direkt in den Hallen. Premiere mit Signalwirkung Parallel zur Security Essen können Sie eine echte Premiere erleben. Erstmals findet die Euro Defence Expo, kurz EUDEX, auf unserem Gelände statt. Die neue Fachmesse der Verteidigungsindustrie richtet sich an Streitkräfte, Behörden und die Verteidigungsindustrie und verdeutlicht die zunehmende Bedeutung eines vernetzten Sicherheitsverständnisses. Verbunden werden beide Messen durch den Ausstellungsbereich Bevölkerungsschutz und zivile Verteidigung, direkt am Übergang zwischen den Hallen 5 und 4. Für Sicherheitsdienstleister, die zunehmend auch im Umfeld Kritischer Infrastrukturen, im Bevölkerungsschutz und im Schutz sensibler Veranstaltungen gefragt sind, öffnen sich hier ganz neue Gesprächskanäle zu Behörden, Streitkräften und Entscheidern aus beiden Welten. Zusätzliche internationale Strahlkraft erhält die Messe durch die parallele Jahreskonferenz des NATO Joint Air Power Competence Centre, zu der hochrangige Militärvertreter aus 32 Mitgliedsnationen erwartet werden. Gerade die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen, dass Innere Sicherheit, ziviler Bevölkerungsschutz und Verteidigungsfähigkeit heute stärker miteinander verknüpft sind als noch vor wenigen Jahren. Dieser Entwicklung trägt die Messe mit der neuen EUDEX bewusst Rechnung. Eine Begegnung, die bleibt All das macht die Security Essen zu dem, was sie für den BDSW und seine Mitglieder seit Jahrzehnten ist: die zentrale Plattform, auf der sich die Sicherheitswirtschaft trifft und austauscht. Seien Sie vom 22. bis 25. September mit dabei und sichern Sie sich schon jetzt Ihr Ticket unter www.security-essen.de. Ich freue mich darauf, Sie in Essen willkommen zu heißen. Ihr Oliver P. Kuhrt Bild: Schuchrat Kurbanov / ©MESSE ESSEN GmbH Auf der Security Essen präsentieren vom 22. bis 25. September 2026 rund 500 Aussteller ihre Innovationen aus den Bereichen „Dienstleistungen“; „Zutritt, Mechatronik, Mechanik und Systeme“; „Perimeter“; „Video“; „Brand, Einbruch und Systeme“; „Bevölkerungsschutz“; „Sonderschutzfahrzeuge“ sowie „Digital Networking Security“. SECURITY ESSEN
Advertorial International, abwechslungsreich, praxisnah: VdS-BrandSchutzTage 2026 in Köln Bei den VdS-BrandSchutzTagen am 2. und 3. Dezember 2026 wird die Koelnmesse wieder zum Hotspot der Brandschutzbranche. Sie kombinieren eine internationale Fachmesse, Brandschutztechnik zum Anfassen, Sonderflächen, Fachforen und Diskussionsrunden auf der Messebühne sowie neun Fachtagungen. Ihre Freikarte Für unsere Leser stehen kostenlose Eintrittskarten für den Messebesuch zur Verfügung. Die Freikarten können unter vds.de/dsd bezogen werden. Die VdS-BrandSchutzTage gehören zu den größten Branchentreffs für den vorbeugenden baulichen, organisatorischen und anlagentechnischen Brandschutz im europäischen Raum. Sie bieten eine spannende Mischung aus großer, internationaler Fachmesse mit vielen Live-Vorführungen aktueller Brandschutztechnik, einem vielseitigen Fachprogramm auf der Messebühne sowie neun separat buchbaren VdS-Fachtagungen. Außerdem bieten sie viel Gelegenheit für das Netzwerken und den Erfahrungsaustausch. Das umfangreiche Angebot lockt jedes Jahr ein großes internationales Fachpublikum nach Köln. Am 2. und 3. Dezember 2026 werden um die 5.500 Fachbesucherinnen und -besucher erwartet, die sich über aktuelle Lösungen und Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz informieren möchten. Sie können sich auf viele bewährte und neue Attraktionen freuen. Fachprogramm auf der Messebühne Auf der Bühne in der Messehalle, die von allen Messegästen jederzeit besucht werden kann, findet an beiden Tagen ein hochwertiges Fachprogramm statt. Es besteht aus dem „Zukunftsforum Brandschutz“ mit Vorträgen zu wichtigen Zukunftsthemen, dem Ausstellerforum zu innovativen Lösungen sowie dem VdS-BrandSchutzTalk – 90-minütigen Talkrunden zu topaktuellen Branchenthemen. Viel informatives Fachwissen zu einem breiten Spektrum an Themen – im Messebesuch inbegriffen. Sonderflächen Eine große Sonderfläche Baulicher Brandschutz wird in 2026 zum zweiten Mal Teil der Messe sein. Hier zeigen Aussteller verschiedene Exponate und Live-Demonstrationen, die Anwendungen aus dem baulichen Brandschutz erlebbar machen. Dazu bietet das Forum Baulicher Brandschutz by asecos academy ein hochwertiges Programm mit ausgewählten Fachvorträgen, die praxisnahes Wissen rund um das Thema vermitteln. Auf der großen SprinklerFläche wird es wieder eindrucksvolle LiveVorführungen von Sprinklerbildern geben. Weitere Sonderflächen zu aktuellen Branchenthemen sind zurzeit in der Entstehung – man darf gespannt sein! Geführte Messerundgänge Auf geführten Messerundgängen können die Besucherinnen und Besucher einen guten Überblick über interessante Innovationen gewinnen. Studierende der Hochschule Furtwangen werden wieder ein Konzept für die Rundgänge erarbeiten, darunter auch spezielle Führungen für Schülerinnen und Schüler. Das Angebot wird seit Jahren insbesondere von Berufsschülern sehr gut angenommen. VdS-Fachtagungen Neun hochkarätige Fachtagungen, die in den angrenzenden Sälen stattfinden, können separat gebucht werden. Alle Besucherinnen und Besucher der Tagungen haben freien Zugang zur angrenzenden Messehalle mit ihrem bunten Messeprogramm. Zum ersten Mal ist die beliebte VdS-Fachtagung „Brandschutz in elektrischen Anlagen“ unter den Tagungen der VdS-BrandSchutzTage. Sie kann vor Ort in der Koelnmesse sowie alternativ online im Livestream verfolgt werden. Neu ist auch, dass der europäische Branchenverband der Brandschutz-, Brandmelde- und Sicherheitsindustrie, Euralarm, sein Symposium in diesem Umfeld ausrichtet. Die Fachtagungen im Überblick: • 60. Fortbildungsseminar für Brandschutzbeauftragte, 02./03.12.2026 • Feuerlöschanlagen, 02.12.2026 • Baulicher Brandschutz, 02.12.2026 • NEU: European Fire Detection Forum 2026 (in Engl.), 02.12.2026 • NEU: Brandschutz in elektrischen Anlagen, 02.12.2026 • Hydrantenanlagen, 03.12.2026 • Brandmeldeanlagen, 03.12.2026 • Bauen und Brandschutz in NRW (Kompaktseminar), 03.12.2026 • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, 03.12.2026 Viele der Fachtagungen im Rahmen der VdS-BrandSchutzTage können vergünstigt in Kombination gebucht werden. Weiterführende Informationen unter vds-brandschutztage.de
6 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN Ausbildung entscheidet über die Zukunft unserer Branche Von Frank Schimmel Als wir vor über zwanzig Jahren die ersten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe in der Sicherheitswirtschaft eingeführt haben, war dies ein Meilenstein für unsere Branche. Heute können wir feststellen: Dieser Weg war richtig. Mehr als 14.000 erfolgreich ausgebildete Fachkräfte leisten inzwischen täglich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in Deutschland. Jahr für Jahr beginnen rund 1.300 bis 1.400 junge Menschen ihre Ausbildung. Darauf dürfen wir gemeinsam stolz sein. Diese Erfolgsgeschichte darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor der größten personellen Herausforderung unserer Branche stehen. Der demografische Wandel wird die Sicherheitswirtschaft in den kommenden Jahren stärker verändern als jede technologische Innovation. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden die geburtenstarken Jahrgänge schrittweise aus dem Berufsleben ausscheiden. Um die Jahre 2029 und 2030 wird dieser Prozess seinen Höhepunkt erreichen. Gleichzeitig rücken deutlich kleinere Jahrgänge nach. Für unsere Branche bedeutet das eine einfache Wahrheit: Wir werden unseren Personalbedarf künftig nicht mehr am Arbeitsmarkt decken können. Wir müssen unsere Fachkräfte selbst entwickeln. Die Bundesagentur für Arbeit weist den BDSW seit Jahren darauf hin, dass die Ausbildungsquote unserer Branche – gemessen an der Zahl der Beschäftigten – deutlich zu niedrig ist. Mit rund 1,2 Prozent der Beschäftigten in klassischen Ausbildungsberufen liegen wir weit unter dem Durchschnitt anderer Wirtschaftszweige – die Bauwirtschaft erreicht etwa 8,3 Prozent, die Medizinischen Dienstleistungen 7,6 Prozent. Das muss sich ändern. Denn Auszubildende sind nicht nur Nachwuchskräfte. Sie sind die Fachkräfte, Einsatzleiter und Führungskräfte von morgen. Technik ersetzt keine qualifizierten Menschen Die Security Essen 2026 zeigt eindrucksvoll, wie rasant sich unsere Branche verändert. Vom 22. bis 25. September treffen sich auf dem Messegelände in Essen Experten, Hersteller und Dienstleister aus allen Bereichen der Sicherheitswirtschaft. Künstliche Intelligenz, intelligente Videoanalyse, Drohnendetektion, Perimeterschutz, Cybersecurity und vernetzte Sicherheitssysteme werden künftig selbstverständlich sein. Auch der Tag der Aus- und Weiterbildung trägt diesem Wandel Rechnung. Das diesjährige Motto „Heute lernen, morgen sicher handeln – mit KI!“ beschreibt treffend die Anforderungen, denen sich unsere Branche stellen muss. Bereits zum siebten Mal findet diese Veranstaltung am ersten Messetag statt und wird vom BDSW gemeinsam mit der Messe Essen organisiert. Bei aller Technik dürfen wir eines nicht vergessen: • Keine KI trifft rechtssichere Entscheidungen. • Keine Kamera spricht mit einem Besucher. • Keine Software deeskaliert einen Konflikt. • Keine Drohne übernimmt Verantwortung. Sicherheit bleibt eine Aufgabe von Menschen! Deshalb steigen die Anforderungen an das eingesetzte Personal kontinuierlich. Wer heute Sicherheitsdienstleistungen erbringt, schützt Kritische Infrastrukturen, begleitet industrielle Produktionsprozesse, sichert militärische Einrichtungen oder begegnet neuen Bedrohungen wie Drohnen, Sabotage, Cyberangriffen und hybriden Gefährdungslagen. Das verlangt Fachwissen. Das verlangt Erfahrung. Und es verlangt kontinuierliche Qualifizierung. Schon heute erwarten viele Auftraggeber höhere Qualifikationen als noch vor wenigen Jahren. Wo früher häufig die Unterrichtung oder die Sachkunde nach § 34a GewO ausreichend war, wird heute zunehmend die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt. Diese Entwicklung begrüße ich ausdrücklich. Vorsitzender des Fachausschusses Ausbildung im BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Frank Schimmel
7 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN Aus- und Weiterbildung muss Chefsache sein Ausbildung ist kein Randthema der Personalabteilung. Ausbildung ist Unternehmensstrategie. Wer entscheidet, wo sein Unternehmen in fünf oder zehn Jahren stehen soll, entscheidet gleichzeitig über die Personalentwicklung. Deshalb gehört die Verantwortung für Aus- und Weiterbildung in die Geschäftsführung und in den Vorstand. Dort werden die strategischen Weichen gestellt – nicht zufällig und schon gar nicht nach dem Prinzip Hoffnung. Ich habe den Eindruck, dass in vielen Unternehmen noch immer die Personalverwaltung im Vordergrund steht. Personalentwicklung wird dagegen häufig nachrangig behandelt. Dabei entscheidet gerade sie darüber, ob ein Unternehmen künftig genügend qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, entwickeln und binden kann. Wer Marktführer sein will, muss auch bei der Qualifizierung Marktführer werden! Ausbildung ist wirtschaftlich Manche Unternehmen betrachten Ausbildung noch immer als Kostenfaktor. Ich halte das für einen Denkfehler. Ausbildung ist eine Investition. • Sie motiviert Mitarbeiter. • Sie stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen. • Sie erhöht die Handlungssicherheit. • Sie reduziert Fehler. • Sie verbessert die Dienstleistungsqualität. • Und sie schafft zufriedene Auftraggeber. Gerade in einer Branche, deren wichtigste Ressource der Mensch ist, gibt es kaum eine nachhaltigere Investition. Weiterbildung darf nicht das sechste Rad am Wagen sein Mindestens ebenso wichtig wie die Ausbildung junger Menschen ist die kontinuierliche Qualifizierung der Bestandsbelegschaft. Neue Technik, neue gesetzliche Anforderungen, neue Bedrohungslagen und veränderte Kundenanforderungen machen lebenslanges Lernen unverzichtbar. Dennoch habe ich den Eindruck, dass Weiterbildung in manchen Unternehmen noch immer stiefmütterlich behandelt wird. Früher sprach man vom fünften Rad am Wagen. Das traf Weiterbildung schon damals nicht. Denn das fünfte Rad ist das Reserverad – es befindet sich immerhin noch am oder im Fahrzeug. In manchen Unternehmen ist Weiterbildung eher das sechste oder siebte Rad. Es liegt hinter der Garage unter einer Plane. Und auf dieser Plane wächst inzwischen Moos. Dabei entscheidet gerade die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung darüber, ob Unternehmen mit der Geschwindigkeit des technischen und gesellschaftlichen Wandels Schritt halten können. Unser gemeinsamer Auftrag Der Tag der Aus- und Weiterbildung auf der Security Essen ist deshalb weit mehr als eine Veranstaltung für Auszubildende. Er ist ein sichtbares Bekenntnis unserer Branche zur Fachkräftesicherung. Seit zwanzig Jahren investieren wir erfolgreich in die Ausbildung unseres Nachwuchses. Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen. Mein Appell an alle Unternehmer lautet deshalb: Machen Sie Aus- und Weiterbildung zur Chefsache. Nicht weil der Verband es empfiehlt. Sondern weil die Zukunft Ihres Unternehmens davon abhängt. Denn eines ist sicher: Wer heute nicht ausbildet und qualifiziert, wird morgen nicht genügend Fachkräfte haben.
8 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN II. Europäische Drohnen-Fachtagung auf der security essen 2026 Innovation, Integration und Schutz des Luftraums Wenn sich am 23. und 24. September 2026 auf der security essen Fachleute aus Wirtschaft, Behörden, Forschung und Sicherheitsdienstleistungen zur II. Europäischen Drohnen- Fachtagung treffen, steht ein Doppelthema, das die Sicherheitsbranche dauerhaft verändern wird, im Mittelpunkt: die professionelle Nutzung von Drohnen und der wirksame Schutz vor unautorisierten Fluggeräten. Die vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) unterstützte und gemeinsam mit der Messe Essen sowie dem europäischen Dachverband der Sicherheitswirtschaft, der Confederation of European Security Services (CoESS), organisierte Veranstaltung greift die zentralen technologischen, rechtlichen und operativen Entwicklungen auf und verbindet europäische Perspektiven mit konkreten Praxisbeispielen. Bereits die Struktur der Tagung verdeutlicht diesen Anspruch: Der erste Kongresstag widmet sich schwerpunktmäßig der Drohnennutzung, während der zweite Tag das Drohnenmanagement, insbesondere Detektion und Abwehr, in den Fokus rückt. Einen besonderen Akzent setzt bereits der Vorabend. Am 22. September findet im Digital Campus auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen ein IceBreaker-Event statt. Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Dr. Christian Kleinhans setzen Gastredner der nordrhein-westfälischen Landespolitik und des Deutschen Rettungsrobotik- Zentrums (DRZ Dortmund) Impulse zur weiteren Entwicklung der Drohnentechnologie. Anschließend bietet ein gemeinsames Abendessen reichlich Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Gerade diese informelle Atmosphäre macht den besonderen Reiz des Treffens aus: Referenten, Sicherheitsverantwortliche, Behördenvertreter, Hersteller, Betreiber und Besuchende können Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und aktuelle Herausforderungen offen diskutieren. Der fachliche Auftakt erfolgt am 23. September mit der Begrüßung durch die Messeleitung sowie einer Keynote des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums. Im Anschluss beleuchtet Alexander Frank, Deputy Director General CoESS, den europäischen Rahmen für den Einsatz von Drohnen in der privaten Sicherheitswirtschaft. Damit wird früh deutlich, dass die Entwicklung unbemannter Luftfahrtsysteme längst nicht mehr allein eine nationale Fragestellung ist, sondern auf europäischer Ebene koordiniert werden muss. Zu den prägenden Stimmen der Tagung gehört Cornelius Toussaint, BDSW-Vizepräsident und Vorsitzender des BDSW-Fachausschusses Drohnen sowie CEO der CONDOR-Gruppe. Er wird die Veranstaltung am 24. September eröffnen und die Bedeutung von Drohnen sowie deren Auswirkungen auf behördliche und private Sicherheitsakteure darstellen. Seine Position bringt die zentrale Herausforderung der Branche auf den Punkt: „Eine Welt ohne Drohnen ist vorstellbar, aber nicht mehr realistisch. Daher ist es
9 DSD 3 | 2026 SECURITY ESSEN umso wichtiger, die Integration von Drohnen in den Luftraum für zivile und behördliche Akteure voranzutreiben. Ebenso bedarf es zugleich der Integration von Detektions- und Abwehrmaßnahmen in die Sicherheitskonzepte und Dienstleistungsangebote der Sicherheitswirtschaft. Hier besteht all unseren gemeinsamen Bemühungen zum Trotz immer noch viel Luft nach oben.“ Damit verweist Toussaint zugleich auf die Notwendigkeit, technische Möglichkeiten, regulatorische Anforderungen und operative Sicherheitsinteressen in Einklang zu bringen. Der erste Veranstaltungstag zeigt eindrucksvoll die Bandbreite moderner Drohnenanwendungen. Alexander Tummes von Droniq widmet sich dem Spannungsfeld zwischen europäischem und nationalem Luftfahrtrecht sowie der Frage, wie Safety- und Security-Anforderungen miteinander vereinbart werden können. Praktische Einblicke liefert Marcus Schermann von DB Sicherheit mit seinem Vortrag über den Multikoptereinsatz zum Schutz Kritischer Infrastrukturen. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums DRZ zu Forschung und Entwicklung, von Jörg Renter (U-ROB) zur Schulung von Drohnenpiloten und automatisierten Drohneneinsätzen sowie von Dr. Klaus Scho (Germandrones) zu BVLOS-Operationen, also Flügen außerhalb der direkten Sichtweite. Der zweite Kongresstag wird vom nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul eröffnet. Den thematischen Einstieg in den zweiten Tag und die Information zur Sichtweise der Europäischen Politik übernimmt Valerio Liberatori, Policy Officer European Commission Directorate-General – Migration & Home Affairs. Anschließend stehen zahlreiche Aspekte eines ganzheitlichen Drohnenmanagements auf der Agenda. Gerd Kupferer, Vorsitzender im BDSWFachausschuss Drohnen, erläutert die Integration von Drohnendetektion und Robotik, Prof. Dr. Martin Maslaton, Vorstand des BVZD Branchenverband Zivile Drohnen, beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für KRITIS-Betreiber und Torsten Kretschmann, Obmann DIN-Arbeitsausschuss Drohnendetektion, informiert über den Stand der Normierung von Drohnendetektion und Drohnenabwehr. Weitere Vorträge thematisieren die angestrebte Informationsüberlegenheit im Luftraum, die Konzeption von Detektions- und Abwehrsystemen sowie aktuelle europäische Entwicklungen aus Sicht der CoESS. Die Zweiteilung der Veranstaltung ist durch die Veranstalter bewusst der Besonderheit der Technologie für die Sicherheitswirtschaft gewidmet. Während am ersten Tag Chancen, Anwendungsfelder und wirtschaftliche Potenziale im Mittelpunkt stehen, beschäftigt sich der zweite Tag mit Risiken, Schutzkonzepten und Resilienz. „Beide Perspektiven sind untrennbar miteinander verbunden. Die Sicherheitswirtschaft muss Drohnen einsetzen können, um Effizienz, Aufklärung und Reaktionsgeschwindigkeit zu steigern“, betont Cornelius Toussaint. „Gleichzeitig muss sie in der Lage sein, Kritische Infrastrukturen, Veranstaltungen, Unternehmensstandorte und öffentliche Einrichtungen vor missbräuchlich eingesetzten Fluggeräten zu schützen.“ „Mit der II. Europäischen Drohnen-Fachtagung knüpfen wir an die erfolgreiche Veranstaltung auf der security 2024 an. Das ist auch möglich, weil sich neben unseren Referenten auch Mitgliedsunternehmen unseres Fachausschusses als Sponsoren einbringen“, betont Toussaint. Mit German Business Protection und Securiton sowie WISAG und CONDOR unterstützen vier Unternehmen der Sicherheitswirtschaft diese einzigartige Plattform für den Austausch zwischen Regulierung, Technologieentwicklung, privaten und behördlichen Akteuren. Die parallel zur security auf dem Gelände der Messe Essen erstmals stattfindende EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) markiert die zunehmenden Überschneidungen von ziviler und militärischer Sicherheit sowohl im Technologiebereich als auch hinsichtlich der Unterstützungsfunktionen der privaten Sicherheitswirtschaft u. a. für den Schutz von militärischen Liegenschaften, Rüstungsunternehmen oder Unternehmen der Kritischen Infrastruktur. Die II. Europäische Drohnen-Fachtagung regt daher auch zum Austausch über den klassischen Schutz gegen Einbruch, Vandalismus, Cybertechnologie oder Brandschutz im Sinne einer ganzheitlichen Sicherheitskultur an. Angesichts der dynamischen Entwicklung unbemannter Systeme dürfte Essen Ende September erneut zu einem zentralen Treffpunkt der europäischen Drohnencommunity werden.„Wer verstehen möchte, wie die Zukunft der Sicherheit in der dritten Dimension gestaltet wird, findet hier an zwei Tagen einen umfassenden Überblick über Chancen, Herausforderungen und Lösungsansätze rund um den professionellen Drohneneinsatz und das moderne Drohnenmanagement“, ist der BDSW-Vizepräsident Cornelius Toussaint abschließend sicher.
10 DSD 3 | 2026 SICHERHEITSTECHNIK BDSW-Fachausschuss Technik – die nächste Generation ist am Start! Von Stefan Rauschen In seinem Lied„Bleibt alles anders“ singt Herbert Grönemeyer„Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders“. Stillstand ist für unseren BDSW-Fachausschuss Technik keine Option! Der aktuelle Vorstand hat sich zur Aufgabe gemacht, den Staffelstab weiterzureichen und junge Menschen für die Vorstandsarbeit zu begeistern. Wir möchten den Übergang fließend gestalten und unsere Nachfolger Stück für Stück einarbeiten. Hierzu haben wir im Februar 2026 den Vorstand neu aufgestellt und uns von unseren Mitgliedern wählen lassen. Der bisherige Vorstand Stefan Rauschen (Vorsitzender) und die Stellvertreter Frank Osterkamp, Igor Purper und Bodo Schmitz standen alle noch einmal für eine Wahlperiode zur Verfügung. Wir haben die Stellvertreterposten um drei weitere Positionen ergänzt: Fabian Bursian, Bastian Hock und Johannes Toussaint arbeiten jetzt im Vorstand aktiv mit. Im Lauf der Wahlperiode werden wir die Vorstandsposten wieder auf vier Posten reduzieren. Die Gremien- und Zertifizierungsarbeit ist eine zentrale Aufgabe des Fachausschusses. Alleine in zwölf Gremien, Arbeitskreisen und -gruppen entsenden wir Personen zur Mitarbeit. Hier werden wir die neuen Mitglieder hospitieren lassen und gezielt an diese Arbeit heranführen. In folgende Gremien, Arbeitskreise und -gruppen entsenden wir regelmäßig Mitglieder: • BDSW-Fachausschuss Cybersicherheit: Stefan Rauschen • BDSW-Sitz im „DKE/K 713 Gefahrenmelde- und Überwachungsanlagen“: Bodo Schmitz • CoESS AK Fernüberwachung: Bodo Schmitz • CLC TC79 WG14 DIN EN 50518: Bodo Schmitz • DKE/AK 713.0.18 Alarmempfangsstelle: Bodo Schmitz • DKE/AK 713.0.05 Übertragungsanlagen: Andreas Winterott (Hospitant: Bastian Hock) • DKE/AK 713.0.13 Videoüberwachungsanlagen: Swen Peine • DKE/AK 713.0.15 Sprechanlagen: Bastian Hock • DKE/AK 713.0.18 Alarmempfangsstellen (AES): Bodo Schmitz • DKE/AK 713.0.2 Überfall- und Einbruchmeldeanlagen: Swen Peine (Hospitant: Johannes Toussaint) • DKE/AK 713.1.24 Remote Services: Fabian Bursian • VdS AG Sicherungskette (BDSW drei Sitze): Igor Purper, Bodo Schmitz, Stefan Rauschen (Hospitanten: Fabian Bursian und Bastian Hock) Wir haben diese Veränderungen jetzt auf den Weg gebracht und wir freuen uns auf die „Verjüngungskur mit Augenmaß“. Gerne möchten wir die neuen Vorstandsmitglieder vorstellen: Vorsitzender des Fachausschusses Technik im BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Stefan Rauschen Bild: # 2288139749 / istockphoto.com
11 DSD 3 | 2026 Software für Sicherheitsdienste • Dienstplanung • Bruttolohn • Faktur • mobile App • Nachunternehmerplattform Jetzt mehr erfahren: Anzeige SICHERHEITSTECHNIK Fabian Bursian Alter und Familienstand: 34 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder Mein Unternehmen: NWS Alarmservice GmbH, Nürnberg Meine Funktion im Unternehmen/seit wann: Betriebsleiter/Prokurist – seit 2012 im Unternehmen Mein beruflicher Werdegang: Ausbildung zum Koch, operativer Sicherheitsdienst, Aus- und Fortbildungen in der IT, Techniker AES, Betriebsleiter Warum Fachausschuss Technik/was motiviert mich zur Mitarbeit? Technik war für mich schon immer eine Leidenschaft. Diese Leidenschaft auch beruflich einbringen zu können, war ein erster großer Erfolg. Wenn Arbeit zugleich Hobby ist, fühlt es sich nicht mehr wie Arbeit an. Mein Wissen und meine Erfahrung aus unserer Alarmempfangsstelle möchte ich nun gerne im Bundesverband einbringen. Was habe ich für Ziele im Vorstand? Was möchte ich erreichen? Wofür möchte ich mich einsetzen? Im Vorstand möchte ich dazu beitragen, unsere Arbeit fachlich weiterzuentwickeln und die Verbandsarbeit praxisnah und zukunftsorientiert zu gestalten. Mir ist wichtig, Erfahrungen einzubringen, Lösungen mitzuentwickeln und mich für eine verlässliche, moderne Zusammenarbeit einzusetzen. Der bisherige Vorstand möchte sich verjüngen und damit den Weg für neue Impulse freimachen – diese Entwicklung möchte ich aktiv unterstützen und mitgestalten. Was habe ich für Hobbys? Was macht einen Abend oder ein Wochenende komplett? Meine Hobbys drehen sich vor allem um Technik in all ihren Facetten: Smarthome, Netzwerke, Sicherheitstechnik, Caravan- und Fahrzeugtechnik sowie das Tüfteln an Lösungen, die im Alltag weiterhelfen. Ein Abend oder ein Wochenende ist für mich dann komplett, wenn ich Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern verbringen kann und wir gemeinsam etwas unternehmen – am liebsten draußen, unterwegs oder auf Reisen.
12 DSD 3 | 2026 Bastian Hock Geburtstag und Familienstand: 26. Oktober 1988, verheiratet, zwei Kinder Mein Unternehmen: NWÜ Niederrheinische Wirtschafts- Überwachung GmbH & Co. KG, Neuss Meine Funktion im Unternehmen: Mitglied der Geschäftsleitung Kurzer Werdegang: Seit März 2023 bin ich Mitglied der Geschäftsleitung der Niederrheinischen Wirtschafts-Überwachung GmbH & Co. KG in Neuss. Nach einem Master of Science in Corporate Management sowie beruflichen Stationen im strategischen Einkauf und in der Unternehmensberatung bringe ich meine Erfahrungen heute gezielt in die Weiterentwicklung unseres Familienunternehmens ein. Meine Schwerpunkte liegen sowohl im operativen Betrieb als auch in der Weiterentwicklung professioneller Strukturen, digitaler Prozesse und zukunftsfähiger Sicherheitsdienstleistungen. Warum Fachausschuss Technik/was motiviert mich zur Mitarbeit? Ich engagiere mich im BDSW-Fachausschuss Technik, weil technische Entwicklungen unsere Branche zunehmend prägen – von modernen Alarm- und Videosystemen über digitale Prozesse bis hin zu stetig neuen Anforderungen an Leitstelle, Intervention und Dokumentation. Dabei ist mir wichtig, die Perspektive eines mittelständischen, operativ geprägten Sicherheitsdienstleisters einzubringen und technische Themen nicht isoliert, sondern immer im Zusammenspiel von Betrieb, Organisation und Kundennutzen zu betrachten. Was habe ich für Ziele im Vorstand? Was möchte ich erreichen? Wofür möchte ich mich einsetzen? Ich möchte dazu beitragen, technische Entwicklungen praxisnah einzuordnen und für die Mitgliedsunternehmen greifbar zu machen. Ziel sollte sein, gemeinsam Orientierung zu schaffen, Standards weiterzuentwickeln und Lösungen zu fördern, die im Alltag der Sicherheitsdienstleister tatsächlich funktionieren – wirtschaftlich, organisatorisch und operativ. Meine Themen im Fachausschuss: DKE/AK 713.0.05 Übertragungsanlagen und VdS AG Sicherungskette Was habe ich für Hobbys? Was macht einen Abend oder ein Wochenende komplett? Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Familie und Freunden, gerne draußen und in Bewegung. Ein Wochenende ist für mich dann komplett, wenn gutes Wetter, gemeinsame Zeit, Aktivität und Erholung zusammenkommen. Johannes Toussaint Geburtstag und Familienstand: 13. Juni 1986, verheiratet, drei Kinder Mein Unternehmen: CONDOR Schutz- und Sicherheitsdienst GmbH, Essen Meine Funktion im Unternehmen/seit wann: Eintritt 2016 Seit März 2024 Regionalbereichsleiter technische Dienstleistung (Schwerpunkt NSL) Mein beruflicher Werdegang: • 2016: Eintritt als Projektleiter CONDOR Schutz- und Sicherheitsdienst GmbH • 2017: Teamleiter EuroTraffic GmbH • 2020: Teamleiter CONDOR Schutz- und Sicherheitsdienst GmbH • 2022: Ernennung Prokura EuroTraffic GmbH • 2024: Regionalbereichsleiter CONDOR Schutz- und Sicherheitsdienst GmbH Warum Fachausschuss Technik/was motiviert mich zur Mitarbeit? Ich engagiere mich im Fachausschuss Technik, weil ich meine fachliche Erfahrung einbringen und die technische Weiterentwicklung unseres Verbandes aktiv mitgestalten möchte. Mir ist wichtig, technische Standards, Prozesse und Lösungen gemeinsam zu entwickeln und den Austausch zwischen den verschiedenen Beteiligten zu fördern. Gleichzeitig bietet mir die Verbandsarbeit die Möglichkeit, mein Netzwerk zu erweitern, von den Erfahrungen anderer zu lernen und einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Branche zu leisten. Was habe ich für Ziele im Vorstand? Was möchte ich erreichen? Wofür möchte ich mich einsetzen? Mir ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu gestalten. Dabei möchte ich mich für eine starke Gemeinschaft, klare Kommunikation und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung einsetzen. Besonders wichtig ist mir, dass wir als Vorstand für die Mitglieder ansprechbar sind. Eine offene Kommunikation und ein vertrauensvoller Austausch sind für mich die Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Mein Ziel ist es, mit Engagement, Verlässlichkeit und Teamgeist einen positiven Beitrag zur Vorstandsarbeit zu leisten. Was habe ich für Hobbys? Was macht einen Abend oder ein Wochenende komplett? In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad und verbringe Zeit mit meiner Familie. Ein perfekter Abend oder ein gelungenes Wochenende ist für mich eine Mischung aus Zeit mit Familie und Freunden, gemeinsamen Aktivitäten und entspannten Momenten, um den Alltag hinter sich zu lassen. SICHERHEITSTECHNIK
13 DSD 3 | 2026 KI – Chance oder Risiko? Teil 1 Von Reinhard Rupprecht Vor drei Jahren ist in dieser Fachzeitschrift dargestellt worden, wie KI den Sicherheitsdienstleister unterstützt.1 Seither ist die Entwicklung dieser Technologie weiter fortgeschritten: Zeit also, unter veränderten Vorzeichen danach zu fragen, welche Chancen und Risiken für die Unternehmenssicherheit und die Sicherheitswirtschaft bestehen. Nachfolgend werden Auswirkungen auf die Sicherheitstechnologien und einzelne Anwendungsbereiche für KI behandelt. In der DSD-Ausgabe 4 I 2026 werden regulatorische Vorgaben, Risiken und insbesondere der kriminelle Missbrauch beschrieben. 1 Künstliche Intelligenz unterstützt den Sicherheitsdienstleister, Reinhard Rupprecht in DSD 3/2023, Seite 44–48 2 FAZ vom 8. April 2025 KI revolutioniert die Sicherheitstechnologien Datenverarbeitung: Intelligente Verarbeitung großer Datenmengen ist nur mit Algorithmen möglich. Je nach Menge, Relevanz, Qualität und Zuverlässigkeit der Daten, mit denen Systeme trainiert werden, lässt sich die Leistungsfähigkeit der Datenbanken, die Mustererkennung und das Aufspüren von Anomalien optimieren. Vorwissen wird zu neuem Wissen synthetisiert. Sensortechnologie: KI steigert die Leistungsfähigkeit der Sensortechnologie. Das gilt für Bild-, Wärme- und Infrarotkameras ebenso wie für die Radar-, Laser-, LiDAR- und die RFID-Technologie. In der Videotechnologie optimiert KI die Bildanalyse. Das Spektrum der durch intelligente Algorithmen gesteuerten Bildanalyse reicht von der im Einzelfall über die Sehkraft des Menschen hinausgehenden Mustererkennung mittels hochauflösender Aufnahmen über sich selbst optimierende Lernprozesse der Erkennung von Verhaltensformen, Bildveränderungen und sich dabei zeigenden Anomalien bis zur automatisierten Alarmauslösung. Prozessoren, auf denen die intelligente Datenanalyse durchgeführt wird, wandeln die Bewegtbilder direkt in der Kamera in die erforderlichen Datenformate um (Edge-Analytics). Auch betrügerische Manuskripte kann KI-Software erkennen und aussortieren. So hat der Wissenschaftsverlag Springer Nature ein KI-Tool zur frühzeitigen Identifizierung solcher Texte eingeführt.2 Videotechnik: Damit Videoinformationen von Maschinen analysiert werden können, müssen sie in Daten umgewandelt werden (Datenabstraktion). Eine mit Trainingsdaten ausgestattete Videokamera versteht die wesentlichen Merkmale einer Person oder eines Objekts als Daten. Die intelligente Verknüpfung von KI mit den konventionellen Analyse-Algorithmen ermöglicht es, immer besser Personen und Objekte zu erkennen und zu verfolgen. Das führt auch zu einer erheblichen Reduzierung von Fehlalarmen. Gesichtserkennung: In der Biometrie hat KI die Gesichtserkennung revolutioniert. Das System kann eine Vielzahl von Vergleichspunkten und Vergleichsmaßen algorithmisch in Echtzeit auswerten. Es vergleicht die über einen Sensor aufgenommenen Gesichtsdaten mit den in einer Datenbank vorhandenen Referenzdaten. Das KIModell wird mit Daten trainiert, auch unterschiedliche Aufnahmen eines Gesichts als derselben Person zugehörig zu erkennen. Die Robotik basiert in ihren vielfältigen Anwendungen auf KI. Und auch in der Kryptotechnologie wird KI eingesetzt. Diese Fähigkeiten sind dort von besonderem Interesse, wo die Videoaufnahmen von Personen in Echtzeit mit Datenbanken abgeglichen werden dürfen, die zu Sanktionen führen können, so etwa in Hausrechtsbereichen zur Durchsetzung eines Betretungsverbots. Wie tagesschau.de am 21. Juli 2026 berichtet, konnte die Londoner Polizei mithilfe von mit Videokameras gescannten Gesichtsbildern von Personen im öffentlichen Raum seit 2024 durch Abgleich mit der Fahndungsdatei ca. 2.500 Tatverdächtige festnehmen. Vizepräsident des BKA a.D., Ministerialdirektor beim BMI a.D. und heute als unabhängiger Berater in Sicherheitsfragen tätig. Reinhard Rupprecht SICHERHEITSTECHNIK
14 DSD 3 | 2026 Audio Analytics: KI wird zunehmend auch zur Analyse charakteristischer Geräusche verwendet. Möglich ist z. B. die Detektion bevorstehender Aggressionen durch Analyse des auffälligen Schreiens von Personen. Der vom Audiosystem erfasste Glasbruch im Perimeterbereich z. B. von Museen lässt sich mit der automatischen Auslösung einer Videokamera verknüpfen. KI-Agenten: Agentic KI hebt die Automatisierung auf eine neue Stufe. KI-Agenten handeln zielorientiert und passen sich wechselnden Umgebungen an. Sie analysieren große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen, entwickeln selbstständig Strategien, automatisieren Standardprozesse und führen Aufgaben autonom aus. Sie können sich dynamisch weiterentwickeln und langfristige Pläne verfolgen. Allerdings können sie nach Überzeugung der meisten Experten nicht die für unternehmerische Innovationen erforderliche Kreativität erzeugen. Aus Algorithmen kommt keine schöpferische Dynamik. Anwendungsbereiche in der Unternehmenssicherheit Perimeterschutz: Die wichtigste elektronische Detektionstechnologie für den Perimeterschutz ist die durch KI optimierte Videoüberwachung. Je mehr Daten in das algorithmische Training einbezogen werden und je relevanter die Daten sind, umso mehr Szenarien können trainiert werden, sodass z. B. auch die Bewegungsrichtung und die Körperhaltung einer Person, die den Perimeterzaun überwinden will oder überwunden hat – etwa gebücktes Gehen oder Vorwärtsrollen am Boden – erkannt werden können. Aufgrund eines entsprechenden Trainings kann das System auch Teilansichten eines Körpers klassifizieren. Zutritts- und Zufahrtskontrolle: Bei der Zutrittskontrolle spielt KI in der Biometrie eine bedeutende Rolle. Das etablierteste Verfahren bei der Zutrittskontrolle ist die Fingerabdruckerkennung, bei der der Algorithmus die Minutien dem durch den Sensor gewonnenen Bild extrahiert. Die Messung des Fingerabdrucks hat sowohl eine sehr niedrige 3 Mit KI ein paar Schritte voraus, Hendrick Lehmann in Protector, 4/2026, Seite 32–34 4 Brandschutz im Bauwesen 1-23 5 Sicherheit.info vom 25. April 2023 6 save, 5/2025, Seite 22–25 7 Protector, 6/2025, Seite 28/29 Falschakzeptanzrate (0,001 %) wie eine niedrige Falschverweigerungsrate (ca. 1 %). Ebenfalls geeignet für die Identitätsprüfung bei der Zutrittskontrolle ist die Gesichtserkennung mittels KI. Die biometrische Identitätsprüfung ist vor allem bei der Zutrittskontrolle zu Sicherheitsbereichen wie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen oder Rechenzentren erforderlich. KI erweitert biometrische Verfahren um eine intelligente Auswertung der vorhandenen Informationen. Statt einzelne Ereignisse isoliert zu betrachten, analysiert KI die Kombination aus Identitäten, Bewegungen, Zeitpunkten und weiteren sicherheitsrelevanten Daten. Die eigentliche Stärke der KI liegt darin, große Mengen unterschiedlichster Informationen miteinander zu verknüpfen und daraus Muster abzuleiten. Sie identifiziert Personen nicht anhand unveränderlicher körperlicher Merkmale, sondern anhand ihres individuellen Bewegungsmusters.3 Für die Zufahrtskontrolle ist die Kennzeichenerfassung durch Videoüberwachung ein probates Mittel. Weitbereichsleser für Schranken oder Rolltore funktionieren auf Basis von Ultrahochfrequenz-Transpondern. Die Einfahrtsberechtigung lässt sich mit der Steuerung des Fahrzeugs im Kontrollbereich und mit der Zuweisung eines Parkplatzes verknüpfen. Brandschutz: Brandschutz für das Unternehmen wird durch KI optimiert. Auf Basis der Normen ISO 7240 und VdS 3847, die die erforderliche Leistungsfähigkeit einer Video-Branderkennung beschreiben, wird KI-basierte Branderkennungssensorik entwickelt. So arbeitet das von VdS Schadenverhütung zertifizierte Branderkennungssystem Aviotec von Bosch auf der Basis von KI-Algorithmen, die Feuer und Rauch bei wechselnden Wetter- und Lichtverhältnissen erkennen können. Insbesondere in Lagerhallen mit hohen Decken können herkömmliche Brandmeldesysteme (Rauchansaugsysteme) oft nicht so positioniert werden, dass eine rechtzeitige Detektion sichergestellt ist. Hier ist die videobasierte Branderkennung zumeist das geeignete System. KI-Algorithmen ermöglichen selbst in windigen Umgebungen Rauch- und Flammendetektion, reduzieren Falschalarme und optimieren die zuverlässige Früherkennung. Der Algorithmus wertet das physikalische Verhalten von Flammen und Rauch aus. Die Software analysiert Aufwärtsbewegungen transparenter Objekte mit konstanter Geschwindigkeit und erkennt so auch feinen Rauch.4 Das EdwardsModulaLaser-System arbeitet mit Algorithmen zur Staubunterdrückung. Durch automatische Anpassung an die jeweiligen Umgebungsbedingung sollen höchste Empfindlichkeit, optimale Alarmschwellen und niedrige Fehlalarmraten sichergestellt werden.5 Die Video-Branderkennung Fire Catcher FDV202 von Siemens ermöglicht es, Rauch und Flammen selbst auf offenen Flächen und in hohen Räumen zu erkennen.6 KI-basierte Evakuierungssysteme analysieren kontinuierlich verschiedene Faktoren wie Personendichte, Gebäudelayout, potenzielle Gefahrenquellen und verfügbare Ausgänge. Durch die Verarbeitung von Echtzeitdaten aus Sensoren, Kameras und Zutrittskontrollsystemen können diese Systeme dynamisch die effizientesten Evakuierungsrouten berechnen. Die Simulation berücksichtigt auch menschliche Faktoren wie Panikverhalten, unterschiedliche Gehgeschwindigkeiten und die Tendenz, bekannte Wege zu bevorzugen.7 Werkschutz: Das moderne Wächterkontrollsystem operiert digital. Das System i-safety etwa umfasst u. a. die Dokumentation von Kontrollgängen in Echtzeit, das Tracking der Streifengänge mittels GPS, eine intelligente Führung mit Positions- und Gefahrenhinweisen, eine „Totmannfunktion“, sensorgesteuert mit GPS-Ortung, automatische kundenbezogene Reports und interaktive Alarmierungspläne. Intelligente Algorithmen befähigen Sicherheitsroboter, Unregelmäßigkeiten und Hindernisse wahrzunehmen, Chemikalien aufzuspüren, jede Detektion zu dokumentieren und Reaktionen einzuleiten. Die vom Sicherheitsroboter erfassten Messdaten sind präzise, verlässlich und stehen in Echtzeit für die Analyse zur Verfügung. Sie können täglich ca. 25 km zurücklegen. Mit Wärmebildkamera und Audiosystem ausgerüstet können sie auch SICHERHEITSTECHNIK
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